Wiesbaden beginnt Reparatur der Aartalbahnbrücke in Dotzheim

Wiesbaden beginnt Reparatur der Aartalbahnbrücke in Dotzheim
Wiesbaden beginnt Reparatur der Aartalbahnbrücke in Dotzheim | Bild: Stadt Wiesbaden

In Wiesbaden haben diese Woche die ersten Arbeiten an der Aartalbahnbrücke über die Flachstraße begonnen. Die Eisenbahnbrücke in Dotzheim war nach einem Lkw-Anprall im Jahr 2009 für den Zugverkehr gesperrt worden. Die Sperrung hatte damals auch das Aus für die Museumseisenbahnzüge der Nassauischen Touristik-Bahn e. V. zur Folge.

Technik und Ablauf der Arbeiten

Nach Angaben der Betreiberin, der zur NTB gehörenden Aartalbahn Infrastruktur gGmbH, wird die Baumaßnahme in mehreren Abschnitten umgesetzt. Zunächst werden vor und hinter dem Bauwerk sogenannte Anprallschutze errichtet. Der verantwortliche Bauleiter der ausführenden Stahlbaufirma Huhle erklärte, dass es sich dabei um massive Stahlkonstruktionen aus Doppel T Trägern handelt, die verhindern sollen, dass Lkw Unfälle direkt das Brückenbauwerk beschädigen.

In einem zweiten Abschnitt, der für die Osterferien geplant ist, sollen die Unfallschäden an der Brücke repariert und der Farbanstrich erneuert werden. Gleichzeitig werde die Konstruktion für einen möglichen künftigen Regelbetrieb ertüchtigt. Vorgesehen ist eine Auslegung für rund 19000 Überfahrten pro Jahr mit modernen Nahverkehrstriebwagen bei einer Geschwindigkeit von 60 km h.

Finanzierung, Zeitplan und Ausblick

Die Stadt Wiesbaden finanziert die Maßnahmen maßgeblich über einen kommunal verbürgten Kredit und Zuschüsse. Die Landeshauptstadt und die Aartalbahn Infrastruktur gGmbH stimmen Planung und Ausführung eng ab, damit bei den Sanierungen bereits die Anforderungen für eine zukünftige Nutzung im Öffentlichen Personennahverkehr berücksichtigt werden.

Die Betreiber verweisen zugleich auf weitere Arbeiten entlang der Strecke. In Dotzheim laufen bereits Gleisbauarbeiten. Im Mai sind Arbeiten an den Brücken Grundmühlweg und Wiesenstraße geplant, in den Sommerferien folgen Maßnahmen an der Brücke über die Schiersteiner Straße. Der südliche Abschnitt zwischen dem Gleisanschluss der Sektkellerei Henkell und dem Bahnhof Wiesbaden Dotzheim soll nach derzeitiger Planung im Sommer dieses Jahres fertiggestellt werden. Vorausgesetzt sind die entsprechenden Genehmigungen durch die Landeseisenbahnaufsicht, danach könnte der südliche Abschnitt noch im Jahr 2026 wieder für den Museumseisenbahnverkehr in Betrieb genommen werden. Die Inbetriebnahme des Abschnitts über die Eiserne Hand bis zum Bahnhof Hahn Wehen wird für 2028 oder 2029 angestrebt.

Der Vorsitzende der Nassauischen Touristik Bahn, Andreas Forster, verwies darauf, dass bereits im November 2024 ein erster Teilabschnitt im Süden der Aartalbahn wieder in Betrieb genommen werden konnte. Er dankte der Landeshauptstadt Wiesbaden für die finanzielle Unterstützung, die die aktuellen Baumaßnahmen erst ermögliche. Verkehrsdezernent Andreas Kowol betonte, dass die Stadt eine Doppelstrategie verfolge. Zum einen solle der Museumseisenbahnverkehr die Strecke schnell und sichtbar wiederbeleben, zum anderen sollen die Infrastrukturmaßnahmen Signale für die spätere Wiederaufnahme des Regelbetriebs setzen.

Bei den Arbeiten waren Vertreter der ausführenden Firmen und der beteiligten Institutionen vor Ort. Erwähnt wurden unter anderem Jens Seibel von der Huhle Stahl und Metallbau GmbH, Marcus Giebeler von der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH, Günter Huhle von der Huhle Stahl und Metallbau GmbH sowie Andreas Forster von der Nassauischen Touristik Bahn und Verkehrsdezernent Andreas Kowol.

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